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Jeder kennt sie, jene Spielchen die man manchmal in Beziehungen spielt: ich liebe Dich bis zum Mond und wieder zurück und noch viel weiter.
Aber wenn das Blatt sich dreht, dann ändert sich dieses Spiel plötzlich:
das Universum vier mal so gross und es wäre noch zu klein.
Bald 365 Tage ist es her und es holt mich momentan so sehr ein, als wäre es erst gestern passiert.
Die immer wiederkehrenden Selbstvorwürfe, die ich mir für das Scheitern gebe, das immer präsente Gefühl wertlos zu sein.
Meine Seele glaubt nichts anderes mehr, auch wenn mein Verstand oder Freunde mir anderes sagen.
Was du trauerst immer noch!?
Was du willst noch immer zurück!?
Niemand scheint das was mein Herz sich wünscht zu verstehen, so wie ich all die Leute nicht verstehen kann, die immer wieder motivierende: "der ist es nicht wert - gott was bist du dumm!" - Parolen von sich geben.
Dabei sieht mein Verstand alles kristallklar:
in den zehn Jahren, seit ich ihn kenne, habe ich mir immer wieder von ihm weh tun lassen - von Anfang an.
In den ganzen Jahren habe ich mich selbst so sehr verbogen, um für ihn perfekt zu sein - nicht nur verbogen, mich verraten, mich belogen und nur all zu oft selbst zerstört.
Die perfekte schlanke Frau, die schlanke sportliche Frau, die (vielleicht sogar) intelligente Frau, die witzige und liebenswürdige Frau, die Frau die jene Wärme geben konnte, die ihm vielleicht gut tat, die Frau, die er lieben würde.
Die Realität ist bitter und doch überrascht sie nicht. Wie das Laufrad sich für einen Hamster Nacht für Nacht um die eigene Achse dreht, drehte ich mich Tag für Tag um ihn
- um perfekt zu sein
- um gesehen zu werden.
Dabei sah er immer nur durch mich hindurch
- ganz egal ob mit 55 oder 37 Kilo.
"Du bist perfekt und so wunderschön für mich, wie Du bist!" - niemals.
Dabei sah er mich sprechen, ohne meine Worte je zu hören - berührte mich, ohne mich je zu spüren.
"Du fühlst Dich gut an, riechst so gut, sagst so wunderbare Dinge..." -
nicht ein einziges Mal.

Ich bestreite nicht, viele gravierende Fehler gemacht oder folgenschwere Dinge gesagt zu haben, bei meinem Versuch den Weg um seine Achse zu finden, um die sich für mich alles drehte.
War mein Verhalten denn so belastend für ihn, dass ich ihm nicht mal mehr ein "Hallo" in seinen Nachrichten wert bin?

Bald reaktionslos habe ich mich seinen demütigenden Worten und seiner Entscheidung vor einem Jahr gebeugt.
Heute frage ich mich, warum ich ihm meine ganze Trauer, die Wut, die Verzweiflung und den Schmerz nicht mindestens ebenso gnadenlos ins Gesicht gefeuert habe.
Die Antwort ist so klar und unverständlich zugleich: ich hoffe noch immer auf ein Zurück.
Selbst jetzt ertrage ich bald stillschweigend seine Ablehnung mir gegenüber, die er mir unbewusst an unseren letzten beiden Treffen zeigte.

Es muss für Dich furchtbar unangenehm sein, mich aus Anstand zur Begrüssung zu umarmen.
Dann lass es doch einfach!
Glaubst Du denn wirklich ich möchte auf diese Art noch von Dir angefasst werden?
So wie es sich liesst, kostet es Dich sogar grosse Überwindung, mir Deine so genervt wirkenden Nachrichten zu schicken.
Ist Dir denn gar nicht aufgefallen, dass ich Dir überhaupt nicht mehr schreibe, nicht mehr schreiben möchte?!
Hör auf mich mit Deinen dahin geworfenen spärlichen Brocken an Deinem Leben teilhaben zu lassen!

Ich sollte wissen, dass es kein Zurück mehr gibt.
Ich spüre, dass ich Dir nicht mal mehr einen kleinen Funken etwas bedeute.
Auf der Suche nach dem "Warum", waren die Antworten immer nur gegen mich gerichtet.
Ich war zu wenig hübsch, sportlich, witzig, authentisch, wertvoll, intelligent....nur bedingungslose Liebe und grenzenloses Vertrauen konnte ich Dir schenken.
Was soll man mit zwei so Dingen anfangen? Vertrauen und Liebe - ist das etwa wertvoll?
Beides erschein mir unendlich wertlos.
Jetzt weiss ich: es ist das Wertvollste was man einer anderen Person schenken kann - es war das Wertvollste.

Zwei Eigenschaften, die Du verdammt gründlich und nachhaltig zerstört hast!
Du raubst mir zu viel Energie - Energie, die ich für andere (jetzt wichtigere) Dinge brauche.
Mein Kopf braucht eine Linie, mein Kopf will diese Linie...diesen endlich sauberen Schnitt.
Wieviele Seen muss ich noch weinen bis auch mein Herz es endlich versteht und gegenüber Dir und allem was ich mit Dir verbinde so kalt wird, wie dieser verregnete Herbstabend - an dem ich mir wünsche, dass mich jemand umarmt und mir seine Hand bietet?

Nein! Wir können keine Freunde bleiben, auch keine sporadisch Bekannten - nicht mal mehr Feinde.
16.9.13 21:22
 



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